Tourismus - Aktuell

Stadterlebnis, Naturgenuss und Dorfleben: wir stellen unsere zwölf Ortsteile vor...

Die Stadt Waldshut-Tiengen bietet nicht nur zwei einzigartige Stadterlebnisse, sondern auch zahlreiche idyllische und ruhebringende Naturerlebnisse in unsere zehn Ortsteilen. Die Dörfer sind zwar klein aber alles andere als eingeschlafen. Auch hier finden sich spannende Geschichten und Besonderheiten.

Wir nutzen das Jahr 2021 und stellen Ihnen jeden Monat einen unserer Ortsteile - in alphabetischer Reihenfolge - vor.

Januar • Aichen-Gutenburg

Wir starten im ersten Monat des Jahres mit Aichen-Gutenburg. Am 15. Januar war „Tag des Hutes“, bei dem wir natürlich direkt an unsere Hutpfad-Rundwanderung denken müssen. Diese führt durch Gutenburg und Aichen. An der Wanderung liegt auch die Ruine der alten Gutenburg. Bereits im 10. Jahrhundert wurde an dieser Stelle ein Turm errichtet, der über die Jahre zu einer stattlichen Burganlage ausgebaut wurde und immer wieder wechselnde Besitzer beherbergte. Darunter gab es auch einige, die den guten Standort für Plünderungen in der Region genutzt haben. Um das zu beenden, wurde die Burg schlussendlich Mitte des 17. Jahrhunderts zerstört. Heute befinden sich auf dem Hügel nur noch wenige Mauerreste, die nur erahnen lassen, dass hier einst eine ansehnliche Burganlage stand. Das Grundstück befindet sich in privatem Besitz, ein Zugang ist nicht vorhanden und das Betreten verboten!
Aber das war nicht die einzige Burg in diesem Ortsteil. Denn nahe des Weilers Allmut, der mit seinen vier Höfen ebenfalls zu Aichen-Gutenburg gehört, stand ebenfalls einst eine kleine Burg, die jedoch leider völlig zerfiel.

Fotos: © go360.photo
Zeichnung und Rekonstruktion der Gutenburg: Wolfgang Braun, www.burgrekonstruktion.de

Februar • Breitenfeld

 Der 28.02.2021 war der „Schlaf-in-der-Öffentlichkeit-Tag!“. Und wir verraten Ihnen ein besonders schönes Fleckchen in Breitenfeld, das sich für ein kleines Nickerchen bestens eignet – womit wir Ihnen den kleinsten Ortsteil von Waldshut-Tiengen vorstellen. Westlich oberhalb des Dorfes stehen zwei bequeme Himmelsliegen, die im Jahre 2018 installiert wurden und zu einer himmlischen Pause einladen. Von dort hat man eine herrliche Aussicht über Breitenfeld und den Klettgau sowie auf die Küssaburg und bei besonders guter Sicht bis auf die Alpen. Das ist Entspannung pur mitten in der Natur! Allgemein spielt die Natur in Breitenfeld eine große Rolle. So wurde im Jahre 2011 die Obstbaumpflanzaktion ins Leben gerufen, mit der die Breitenfelder Einwohner die alten Obstbaumsorten mit ihrer großen ökologischen Bedeutung erhalten möchten. Dabei verschönern die Bäume nicht nur das Ortsbild, denn auch das Obst ist für die Einwohner ein echter Genuss und die Streuobstwiesen sind für die Natur als einer der artenreichsten Lebensräume in Europa besonders wichtig. Seit Beginn der Aktion wurden in Breitenfeld bereits mehr als 260 Bäume gepflanzt.

Fotos: © Foto & Design Waldshut

Vielen Dank an Ortsvorsteher Jürgen Bacher für die Informationen zu Breitenfeld.

 

März • Detzeln

„Tazzilo“ - „Tezzilnheim“ – „Tiezelenheim“ - „Detzelhaim“ – der Ortsteil Detzeln hatte schon viele verschiedene Namen, bis er zu seinem heutigen kam. Kein Wunder, denn er kann auch auf eine ziemlich lange Vergangenheit zurück blicken. Erste Erwähnungen finden sich bereits im 9. Jahrhundert.  Dass im Dorf schon seit langem ein überaus ausgeprägter Gemeinschaftssinn besteht, beweist der damalige Bau der Detzelner Kirche „Maria Königin“. Im Jahre 1951 wurde der Bau beschlossen, aber die Detzelner wussten gleich, dass sie dieses Vorhaben selbst in die Hand nehmen mussten. Jeder Bürger tat sein Bestes, um beim Bau mitzuhelfen. So wurden stets am ersten Sonntag im Monat beim Dorfrundgang an jeder Haustür Spenden gesammelt, Handwerker leisteten ihr Werk kostenlos und jeder der konnte, packte mit an. Nach der Grundsteinlegung durch Dekan Karl Armbruster am 18. Juli 1954 folgten vier Jahre voll harter Arbeit und zahlreichen Arbeitsstunden, bis die Kirche schlussendlich am 02. November 1958 eingeweiht werden konnte. Entstanden ist ein Bauwerk, auf das die Detzelner wahrlich stolz sein können. Denn ohne das eigene Engagement, würde es so wohl nicht bestehen. Die große Dorfgemeinschaft wird heute noch in verschiedenen Vereinen ausgelebt. So ist Dorfleben einfach besonders schön! Wer das miterleben darf, hat wirklich Glück – weshalb wir am Weltglückstag am 20.03.2021 an unser schönes Detzeln denken.   

Fotos: © Dieters Fotos

April • Eschbach

Eschbach – ein Name, der von zahlreichen Gewässern, Personen und Ortschaften getragen wird. Auch in den USA gibt es eine solche Ortschaft und auf dem Nürburgring wurde sogar ein Streckenabschnitt der Nordschleife so genannt. Aber eines der Eschbachs ist unverkennbar: unser Eschbach im wunderschönen Liederbachtal! Hier gedeiht die Natur ganz wunderbar. Ganz besonders zu erwähnen sind die zahlreichen Streuobstwiesen mit Obstbäumen, die von den Eschbachern gehegt und gepflegt werden. Am 15.04. ist bundesweiter Tag des Baumes und passend dazu richten wir unseren Blick auf die Eschbacher Apfelbäume, deren Früchte von den Mostfreunden Eschbach genutzt und verarbeitet werden. So entsteht nicht nur feiner Most bzw. Apfelsaft, sondern auch ein eigener Apfelwein und ein Apfelsecco sind bei den Mostfreunden erhältlich. Im Jahr 2019 hat es der Apfelwein sogar auf das Siegertreppchen geschafft. Er wurde nämlich Landessieger der Streuobst Apfelweine in Baden-Württemberg. Der Secco erreichte einen ebenfalls grandiosen 4. Platz. Das Besondere: alle darin enthaltenen Äpfel stammen von den ungespritzten Streuobstwiesen des Liederbachtals. Gemostet wird in der Mosterei im Gemeindehaus. Aber nicht nur während der Apfelernte sind die Mostfreunde aktiv. In der Weihnachtszeit sorgen sie an jedem Adventssonntag für ein stimmungsvolles Erlebnis: auf dem Haspel wird ein Rundweg von ca. 2 Kilometern mit insgesamt 60 Laternen beleuchtet. Das lädt direkt zu einem romantischen Adventsspaziergang ein.  

Fotos: © Dieters Fotos

Mai • Gaiß-Waldkirch

Am 24.05.2021 führten wir unsere digitale Schnitzeljagd durch die zwölf Ortsteile der Stadt Waldshut-Tiengen fort, denn es war Tag der Schnitzeljagd! Dieses Mal im Visier: Gaiß-Waldkirch.
Bereits als es um unseren Ortsteil Eschbach ging haben wir gelernt, dass oft viele verschiedene Orte den gleichen Namen tragen. Auch unser Waldkirch hat einen Namensvetter. Und da „das andere“ Waldkirch gar nicht so weit ist, nämlich in der Nähe Freiburgs, lassen sich die Ursprünge von unserem Waldkirch nicht so ganz genau festlegen. Vermutlich stammt die erste urkundliche Erwähnung aber aus dem Jahre 858, als dem Kloster Rheinau bestätigt wurde, dass „Waldkiricha“ diesem als Stiftung übergeben wird. Zu Waldkirch gehört außerdem auch die schön gelegene Ortschaft Gaiß. Wer Waldkirch besucht, der kommt nicht drum herum sich zu wundern, dass hier eine – im Vergleich zum wirklich kleinen Ort – eine solch imposante Barockkirche steht. Die heutige Kirche stammt von 1766, allerdings ist eine Kirche an diesem Standort bereits seit dem 9. Jahrhundert belegt. Der erste Vorgängerbau dürfte zu den ältesten der Gegend gehört haben. Durch ihre Lage an der bereits im Mittelalter genutzten Durchgangsstraße vom Rheintal in den Schwarzwald war sie zeitweise sogar ein zentraler Kirchenort im Hauensteiner Land.


Fotos: © go360.photo & Dieters Fotos

Juni • Gurtweil

Gurtweil ist (neben den beiden Städten Waldshut und Tiengen) unser größter Ortsteil und war bis zur Eingliederung in die neue Stadt Waldshut-Tiengen 1975 eine selbstständige Gemeinde. Besucher finden hier unter anderem eine barocke Kirche, ein Schloss mit einer Kapelle im Schlossgarten und einen idyllisch gelegenen Campingplatz. Nahe des Ortes, in Richtung Waldshut, haben sich im 17. Jahrhundert seltsame Dinge abgespielt. Wer hier nachts unterwegs war, der sollte sich in Acht nehmen und hätte es damals die Ghostbusters schon gegeben, hätten sie sich bestimmt hierher begeben, um das Rätsel um einen Gurtweiler #Poltergeist zu lösen. Passend zum Ghostbusters-Tag am 08. Juni packen wir für euch die alte Sage wieder aus: zu Beginn des 17. Jahrhunderts, als es die Gutenburg noch gab, wanderte man oft durch das Waldgebiet „Großeichholz“, um nach Waldshut zu kommen. Hier lebte, versteckt in einem Gewölbe, angeblich eine rätselhafte Sagengestalt. Ein Kobold, ein Poltergeist, ein Kräuterwiibli – was das so genannte „Garwiedewiibli“ genau war, darüber waren sich die Gurtweiler nicht einig. Wer sich aber über sie lustig machte und nachts im Großeichholz unterwegs war, der wurde von ihr gerne mal in die Irre geführt. Das Garwiedewiibli, bzw. eigentlich sogar mehrere Garwiedewiibli, gibt es auch heute noch. Ein paar Gurtweiler Frauen geistern an Fasnacht im Kostüm der Sagengestalt herum und sorgen auch übers Jahr verteilt für verschiedene Aktionen im Ort.
Vielen Dank an Alfred Scheuble für die Informationen und das Bildmaterial zu Gurtweil.

Juli • Indlekofen

Erfrischung gefällig? Wir lieben heiße Sommertage, aber trotzdem sind wir manchmal auf der Suche nach einer kleinen Abkühlung. Am Tag der Erfrischung am 22.07.2021, stellten wir euch den nächsten Ort vor und verrieten auch gleich einen kleinen Tipp, wo man sich auch im Sommer etwas abkühlen kann.
Indlekofen ist einer der kleineren Ortsteile von Waldshut-Tiengen und liegt nördlich von Waldshut. Im Ort gibt es eine sehenswerte katholische Kirche und rundherum ergeben sich wunderbare Möglichkeiten für entspannte Wandertouren. Ein Highlight des Ortes ist ganz bestimmt der Haselbach-Wasserfall. Und hier kommt auch schon unser Tipp: der Wasserfall, schön im Haselbachtal gelegen, ist nur zu Fuß erreichbar und liegt im geschützten Wald. Hier bleibt es auch im Sommer angenehm frisch und meist kann man hier völlige Ruhe genießen. Der Haselbach entspringt bei Bannholz und fällt dann bei Indlekofen 14 Meter über einen Felsvorsprung hinab, was seinen Besucher/innen ein spektakuläres Bild bietet. Auch im Winter ist er stets einen Besuch wert, wenn die Kälte zauberhafte Eisformationen entstehen lässt.
Spannend ist auch, dass es am Haselbach sogar noch einen zweiten Wasserfall gibt. Allerdings etwas weiter flussabwärts, nördlich von Gurtweil, kurz bevor er in die Schlücht mündet. Der Steinkessel, in den der Bach dort fällt, wird „Teufelskessel“ genannt. Angeblich hat hier nämlich der „Lange Peter von Remetschwiel“, ein Salpeterer-Anführer, eine besonders teuflische Tat getan. Nämlich seinen Nebenbuhler, den „Junker von Ofteringen“, aus dem Weg geräumt. Heute ist auch dieser Wasserfall ein wunderbar ruhiger Ort, der Entspannung und Erfrischung bietet.      
Vielen Dank an Alfred Scheuble für die Informationen zum Teufelskessel.

August • Krenkingen

Krenkingen – kleiner Ort, große Persönlichkeiten! In Amerika wurde am 11. August der Tag der Söhne und Töchter gefeiert und wir nahmen uns dies zum Anlass, einmal einen Blick auf die Söhne und Töchter Krenkingens zu werfen.
Der Ort an sich ist vergleichsweise recht klein aber trotzdem gibt es einiges zu erzählen. Es stammen nämlich einige Berühmtheiten aus dem schönen Dorf. Schon früh fing das an: mit den Freiherren von Krenkingen, ein Ritter- und Adelsgeschlecht mit zahlreiche Besitzungen im Klettgau. Sie errichteten bei Krenkingen zwei Burgen, die Burg Altkrenkingen um das 11. Jahrhundert und die Burg Krenkingen im 13. Jahrhundert. Sie besaßen außerdem die Gutenburg und auch die Roggenbacher Schlösser. Dazu ist erwähnenswert, dass sie den alten Teil des Tiengener Schlosses erbauten und bewohnten. Sie waren weit über die Region hinaus bekannt, allen voran Diethelm von Krenkingen,  Abt von Reichenau und Bischof von Konstanz.
Ca. 9 Jahrhunderte später wuchs in Krenkingen eine weitere Berühmtheit auf: der Sänger und Songwriter Max Mutzke ist nämlich ein waschechter Krenkinger. Bekannt wurde er vor allem durch seine Teilnahme bei „Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star“, wodurch er im Jahre 2004 beim Eurovision Song Contest für Deutschland antrat und den beachtlichen achten Platz belegte. Danach folgte eine lange Musikkarierre mit zahlreiche Alben und verschiedensten Musikrichtungen – und sie ist noch lange nicht vorbei. 2019 erst gewann er als Astronaut die Show „The Masked Singer“. Noch heute bleibt er seiner Heimat gern treu und verbringt viel Zeit im Südschwarzwald.
Nicht ganz so berühmt aber dennoch außergewöhnlich ist die Schafszucht am Hofgut Berghaus, welches ebenfalls zu Krenkingen gehört. Hier leben nämlich Border-Leicester-Schafe, welche sonst nirgends im Südschwarzwald zu finden sind und mit ihrem außergewöhnlichen Erscheinungsbild ebenfalls einzigartige Persönlichkeiten sind.


Fotos: © Dieters Fotos

September • Oberalpfen

Beim Klabautermann! Yo-ho-ho am 19.09. war Sprich-wie-ein-Pirat-Tag, ay!
Wir haben darin noch nicht ganz so viel Übung, kennen aber ein paar Leute, die das bestimmt besser beherrschen. In unserem Ortsteil Oberalpfen gibt es nämlich richtige Freibeuter: die Leiterbachpiraten! Sogar jeder fünfte Einwohner gehört dazu und wurde am Leiterbach mit Leiterbachwasser zum Leiterbachpiraten oder –piratin getauft. Gemeint ist natürlich der Oberalpfener Narrenverein. Gemeinsam stellen sie jährlich einen grandiosen bunten Abend auf die Beine, der weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt ist. Im Dorf herrscht eine unfassbar starke Dorfgemeinschaft. Dazu beigetragen hat ganz bestimmt das „Waschhüsli“ – ein Jugendclub, in dem schon seit Generationen gemeinsam gefeiert wird. Fast jeder Bewohner ist dort in der Jugendzeit irgendwann mal zu Gast gewesen.Am Ortsrand, in Richtung Südwesten, hört es mit der Freundschaft aber auf – dort geht es nämlich nach Unteralpfen. Außer dem fast gleichen Namen verbindet die beiden Dörfer nämlich nichts, außer dem „Hass“, den sie gegenseitig für sich hegen. Früher, als man noch ins Nachbardorf Unteralpfen gehen musste, weil es eben nur dort bestimmte Dienstleister wie Schuhmacher, Schmied, Metzger etc. gab, wurde man schon am Ortseingang von der verfeindeten Jugend mit Prügel erwartet. Auch die Unteralpfener Kirche wurde so gebaut, um den Oberalpfenern den Tag zu vermiesen. Es gab nämlich in Richtung Oberalpfen kein Ziffernblatt, sodass die Oberalpfener Bauern auf dem Feld nie wussten, wann es eigentlich Zeit für den Feierabend war. Und eine Ehe zwischen Personen beider Orte? Ein absolutes No-Go! Daher war es auch ausgeschlossen, dass die beiden Ortschaften bei der Gemeindereform in den 70er Jahren der gleichen Gemeinde zugeteilt worden wären. Während Oberalpfen jetzt zu Waldshut-Tiengen gehört, ist Unteralpfen ein Ortsteil der Gemeinde Albbruck. Heutzutage haben sich diese Fehden bestimmt gelegt. Und wenn nicht, dann steckt ganz bestimmt viel mehr Spaß dahinter als damals.


© Dieters Fotos & Foto&Design

Oktober • Schmitzingen

Am 05. Oktober war der Mach-etwas-Nettes-Tag! Und zur Feier des Tages machten wir auch einfach mal wieder etwas Nettes und stellten unseren nächsten Ortsteil vor:
Vor über 750 Jahren findet sich erstmals in einer Urkunde der Name des heutigen Dorfes Schmitzingen. Damals aber noch in der Schreibweise „Smitingen“. So ganz genau lassen sich die Ursprünge eines Ortsnamens ja meistens nicht bestimmen. Hier wird aber vermutet, dass die damalige Existenz einer Schmiede ausschlaggebend war. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein war das Dorf bäuerlich geprägt, während es heutzutage in Schmitzingen keine Vollerwerbslandwirte mehr gibt. Dafür bestehen heute viele selbstständige Handwerks- und Gewerbebetriebe. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass auch früher schon einige Handwerker im Ort ansässig waren. Zwischen Waldshut und Schmitzingen gab es zum Beispiel einen recht bekannten Mühlsteinbruch. Ein Zitat aus dem Jahre 1794 bezeugt: „…weit herum die besten Mühlesteine liefere, wie es selbst einige Freyburger Müller bezeugen können“ (Quelle: Jubiläumsbuch 750 Jahre Schmitzingen, Ausgabe aus 2016).
Neben dem Berufsleben herrscht in Schmitzingen außerdem auch ein äußerst aktives Vereinsleben, wodurch der Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft einzigartig stark ist. Gemeinsam werden Traditionen bewahrt und Feste gefeiert: Neujahrssingen, Fasnachtsfeuer mit traditionellem Scheibenschlagen, Eierlauf am Ostermontag, Aufführungen des Fatalen Seniorentheaters, Schlachthüsli-Fest im Oktober und natürlich nicht zu vergessen: die Theatervorführungen des Radsportvereins Schmitzingen im Dezember. 
Vielen Dank an Juliane Huber für die Informationen zu Schmitzingen.


Fotos: © go360.photo & Dieters Fotos
 

November • Tiengen

Tiengen ist ein schmuckes Städtchen – die romantischen Gassen und die majestätisch über der Altstadt thronende katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt ergeben ein ganz besonderes Stadtbild.

Am 22. November war der Namenstag der heiligen Cäcilia von Rom, die als Patronin und Schutzheilige der Musik gilt. In Deutschland ist dieser Tag auch gleichzeitig der Ehrentag der Hausmusik. Und nein, es geht nicht um „House“ Musik, sondern um das Musizieren in den eigenen vier Wänden. Im Tiengener Schloss wurde am 03. Juli 1886 ein Herr geboren, der ganz bestimmt oft zu Hause musiziert hat: Heinrich Kaminski. Seinerzeit war er ein bekannter Komponist, war sogar Professor an der „Preußischen Akademie der Künste“ in Berlin und komponierte zahlreiche Werke. Sogar Helene Fischer sang schon einmal ein Lied von Heinrich Kaminski (glaubt ihr nicht? Dann gebt mal „Helene Fischer – Maria durch ein‘ Dornwald ging“ bei YouTube ein). Bei einer Überprüfung seiner Vorfahren durch die Nationalsozialisten wurde Kaminski im Jahre 1938 als „Halbjude“ und später 1941 als „Vierteljude“ eingestuft. Darauf folgte zeitweilig ein Aufführungsverbot, weshalb Kaminskis Werke leicht in Vergessenheit gerieten. Er sah sich danach gezwungen, in die Schweiz zu fliehen, wo er für eine Nacht sogar das Gründungsmitglied der „Weißen Rose“ Alexander Schmorell, bei sich aufgenommen hatte. Nachdem er im Mai 1946 sein letztes Werk „Das Spiel vom König Aphelius“ fertigstellte, verstarb er dann im Juni im Alter von knapp 60 Jahren.
40 Jahre später gründete sich im Schloss Tiengen, dem Geburtsort Kaminskis, die Heinrich Kaminski Gesellschaft e.V., die es sich zum Ziel gesetzt haben, das musikalische Erbe Heinrich Kaminskis zu pflegen und zu erhalten.

Fotos: © Jörger Media & go360.photo

Dezember • Waldshut

Last but not least wird es Zeit, unseren größten Ortsteil vorzustellen. Auch hier bedarf es eigentlich keiner wirklichen Vorstellung mehr, denn Waldshut ist schon bekannt. Trotzdem gibt es so viele Dinge die wir euch bisher noch nicht erzählen konnten. Deshalb gibt es heute wieder eine eher unbekannte Passage der Waldshuter Vergangenheit:
 
Wer sich mit Naturwissenschaften oder aber Spirituellem auskennt, der weiß genau, welcher Tag der 21. Dezember ist: Wintersonnenwende! Kurz heißt dies, dass wir an diesem Tag die längste Nacht und den kürzesten Tag des Jahres erleben. Spirituell gesehen hat dieser Tag eine große Bedeutung, denn Hexen nehmen an diesem Tag Abschied von aller Dunkelheit und heißen das Licht willkommen.
Ob es Hexen & Co. wirklich gibt, dieses Urteil überlassen wir jedem selbst. Es gab allerdings eine Zeit, in der man sich sicher war, dass es sie gibt und sie nichts als Unheil verbreiten. Auch in Waldshut sind Hexenprozesse bekannt - angeblich sogar schon fast ein ganzes Jahrhundert, bevor die eigentliche Hexenverfolgung ihren Höhepunkt erreichte. So soll eine Hexe in Waldshut im Jahre 1479 sauer gewesen sein, weil sie - die unbeliebteste Frau im Ort - nicht zu einer Hochzeit eingeladen war. Sie erklomm gemeinsam mit dem Teufel einen Berg und hinterließ in einer Grube ihren Urin. Daraus formte der Teufel Hagelkörner und ließ diese auf die versammelte Hochzeitsgesellschaft niederprasseln. Ein paar Hirten wollen dies beobachtet haben und so wurde die vermeintliche Hexe verurteilt und hingerichtet. Weitere Hexenprozesse folgten vermutlich im 16. Jahrhundert. Wie viel Wahrheit hinter diesen Geschichten steckt, ist nicht ganz klar. Belegt ist aber, dass der Waldshuter Hexenturm zeitweise als Gefängnis für Glaubensabtrünnige diente.

Orientiert an der Geschichte der Hexe aus dem Jahre 1479, gründeten sich übrigens – über 500 Jahre später - die Berghexen Waldshut e.V.  

Fotos: © K&D