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Abholung von Jod-Tabletten

20.01.2022 / Das Landratsamt Waldshut informiert:

Mehrere kerntechnische Anlagen der Schweiz befinden sich in unmittelbarer Grenznähe. Tritt bei einem schweren Unfall in einem Kernkraftwerk radioaktives Jod (Kaliumiodid) aus, kann sich dieses im Körper, speziell in der Schilddrüse, ansammeln und erhöht die Gefahr von Schilddrüsenkrebs. Seit vielen Jahren wird der Bevölkerung daher vorsorglich Jodtabletten von den Behörden bereitgestellt. Bei rechtzeitiger Einnahme ist die Schilddrüse bereits mit nicht-radioaktivem Jod gesättigt, bevor radioaktives Jod durch Einatmen aufgenommen werden kann, wodurch das Risiko an Schilddrüsenkrebs zu erkranken, gesenkt wird.
Wichtig ist hierbei, dass die Jodtabletten zum richtigen Zeitpunkt aufgenommen werden, damit sie optimal wirken. Die Einnahme der Tabletten darf im Ereignisfall daher nur auf Anordnung der zuständigen Katastrophenschutzbehörde erfolgen.

Grundsätzlich werden ausreichend Tabletten an zentralen Stellen in den Gemeinden gelagert, um die betroffene Bevölkerung im Ernstfall zu versorgen. Das in Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Regierungspräsidium Freiburg erarbeitete Verteilungskonzept beinhaltet zudem die Vorverteilung von Jodtabletten in den sogenannten Zentralzonen (5 KM Umkreis zum Kernkraftwerk). Im Landkreis Waldshut zählen dazu die Gemeinden Albbruck, Dogern sowie Teile der Stadt Waldshut-Tiengen.

Das Verteilungskonzept sieht nun vor, dass die Bewohner der Zentralzone die Tabletten direkt bei den örtlichen Apotheken abholen können. Erhältlich sind sie in allen Apotheken in Waldshut-Tiengen, Albbruck und Dogern. Die Vorlage des Personalausweises ist zum Abgleich des Wohnorts erforderlich. Den Tabletten liegt ein Informationsblatt des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit bei. Die Packungsbeilage ist zu beachten.

Die Verteilung der Jodtabletten ist kostenlos und beginnt ab 01.12.2021 und dauert voraussichtlich bis 28.02.2022. Aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Kernkraftwerk und der hohen Priorität schnell Notfallschutzmaßnahmen durchführen zu können, wird den Bürgerinnen und Bürgern der Zentralzone empfohlen, von der Ausgabe der Jodtabletten Gebrauch zu machen.

Die Strahlenschutzkommission weist darauf hin, dass die Einnahme der Tabletten im Ereignisfall in einem Kernkraftwerk nur für Personen bis 45 Jahren empfohlen wird, weil das Gesundheitsrisiko für schwerwiegende Schilddrüsenerkrankungen bei älteren Personen durch die Tabletteneinnahme höher ist, als das Risiko einer Krebserkrankung.

Eine Zusammenstellung mit den wichtigsten Fragen und Antworten finden die Bürgerinnen und Bürger auf der Homepage des Landkreises: https://www.landkreis-waldshut.de/aktuelles/austausch-jodtabletten